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Stadtrat in weiblicher Hand - Frauen in Gemeinderäten selten vertreten / Bad Bevensen bildet Ausnahme

Die Kurstadt, die Jod-Sole-Therme, die Stadtrat – aber halt, es heißt doch immer noch der Stadtrat. Allerdings befindet sich der Rat der Stadt Bad Bevensen seit letzter Woche in weiblicher Hand. „Wir haben die absolute Mehrheit“, verkündet Bürgermeisterin Gabriele Meyer (Grüne) stolz. Durch den Wechsel und den damit verbundenen Mandatsverzicht von drei SPD-Ratsherren rücken mit Meryem Lâle Jaernecke und Birgit Ahders zwei Frauen nach. Dritter Nachrücker ist Michael Chales de Beaulieu. Die Mandatswechsel haben zur Folge, dass von den 25 Sitzen im Stadtrat 13 in weiblicher Hand sind – mehr als die Hälfte und damit tatsächlich die absolute Mehrheit.

„Das ist äußerst ungewöhnlich“, weiß Ute Hartkopf-Tippe, Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. Zwar sind einige Frauen mittlerweile in den politischen Gremien aktiv, aber entsprechend ihrem Anteil in der Bevölkerung sind sie in Parteien und Parlamenten unterrepräsentiert. In den niedersächsischen Kommunalparlamenten sind Frauen weit in der Unterzahl. Ihr Anteil beträgt durchschnittlich 24 Prozent. Unterrepräsentiert sind Frauen auch in den zwölf weiteren Gemeinderäten innerhalb der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. Nur die Stadt Bad Bevensen bildet eine rühmliche Ausnahme. Im Rat der Samtgemeinde werden beispielsweise 30 der 36 Sitze von Männern belegt – mit 16,67 Prozent liegen die Frauen hier deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Doch bedeutet das nicht, dass die Frauen in der Samtgemeinde keine Rolle spielen:  In der Führungsriege der Verwaltung der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf sitzt mit Regina Klocke seit Donnerstag eine Frau auf dem Posten der Leitung des Fachbereichs Finanzen. Sie beerbt den langjährigen Kämmerer Wilhelm Oelstorf, der sich zum 30. Juni in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Drei weitere Frauen in Führungspositionen sind seit Donnerstag Adriana Struve, Jana Becker und Katrin Schröder. Der Rat der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf benennt Adriana Struve zur Ortsbrandmeisterin von Oetzendorf und Jana Becker zur Ortsbrandmeisterin von Linden. Katrin Schröder ist seit Donnerstag zweite stellvertretende Ortsbrandmeisterin der Ortsfeuerwehr Golste in Natendorf. Und: Annette Niemann ist Stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin.

Doch in den Räten der Gemeinden sind die Frauen selten vertreten. Die Gemeinderäte Emmendorf, Römstedt und Schwienau sind gänzlich frauenlos, in sieben Gemeinderäten sitzt zumindest eine Ratsfrau. Die Gemeinde Wriedel kommt auf fünf von 13 weiblich besetzten Sitzen, der Klosterflecken Ebstorf auf sieben von 17 Sitzen. Frauen für ein Mandat in der Politik zu begeistern ist nicht unbedingt einfach, weiß die Gleichstellungsbeauftragte. Helfen soll das niedersächsische Mentoring-Programm „Frau.Macht.Demokratie.“. Mit Blick auf die Kommunalwahl im Herbst 2021 sollen möglichst viele Teilnehmerinnen einen aussichtsreichen Platz auf den Listen der Parteien und Wählergemeinschaften erhalten. In Bad Bevensen ist dieser Schritt längst gelungen. Zudem ist Gabriele Meyer auch nicht die erste Frau an der Spitze des Rates: Susanne Lühr-Peschke (CDU) war die erste Frau, die in der Stadt Bad Bevensen die Bürgermeister(innen)kette getragen hat. Und: Mit Katja Schaefer-Andrae ist eine weitere Frau derzeit stellvertretende Bürgermeisterin.

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