Pressemitteilungen

71. Bevensen-Tagung: Johannes-Saß-Preises für Dr. Klaas-Hinrich Ehlers

Mit der Verleihung des Johannes-Saß-Preises endet am Sonntag die 71. Bevensen-Tagung. Dr. Klaas-Hinrich Ehlers, Privatdozent am Institut für deutsche und niederländische Philologie der Freien Uni-versität Berlin, nimmt die Urkunde aus den Händen der neue Vorsitzenden Marianne Ehlers entgegen. Zuvor erläutert er den Inhalt sei-nes Buches, durch das er von der Jury für den Johannes-Saß-Preis ausgewählt worden ist.
Ehlers wird für seine Studie „Geschichte der mecklenburgischen Regionalsprache seit dem Zweiten Weltkrieg – Varietätenkontakte zwi-schen Alteingesessenen und immigrierten Vertriebenen“ geehrt. Sie ist Ergebnis eines vierjährigen Forschungsprojekts. „Die Mitglieder der Jury waren die ersten Leser meines Buches. Es handelte sich um eine Korrekturversion“, schildert Ehlers. Der Sprachwissenschaft-ler untersucht, welchen Einfluss die Immigration von zwölf Millionen Geflüchteten und Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Rückgang des Niederdeut-schen hatte. Diese Entwicklungen erklärt er am Beispiel einer Region im Norden Mecklenburgs, in der der Anteil der Flüchtlinge teilweise über 50 Prozent lag. „In der DDR war es ein Tabuthema“, weiß der Preisträger. Doch für Ehlers war es kein großer Aufwand, schlesische und böhmische Plattsnacker zu finden. Ganz im Gegenteil: „Ausgerechnet die Nachfahren der Zugezogenen sprechen meck-lenburgischer als die Mecklenburger selber“, lautet sein Fazit.

 


Nicht nur mecklenburgisches Platt ist am Wochenende im Bad Be-venser Kurhaus zu hören, sondern die unterschiedlichsten Ausprä-gungen. Am besten lassen sich die Unterschiede „op de Kist“ hören. Vier Minuten bleiben jedem Teilnehmer auf der obligatorischen Kiste, um lustige, nachdenkliche oder alltägliche Geschichten zu erzählen. Lesungen, Vorträge, Musik und Theater – „Bevensen bringt platt in Schwung“, freut sich die bisherige Vorsitzende Ingrid Straumer am Freitag und blickt auf über 70 Jahre zurück. Nicht nur Straumer verlässt den Vorstand, sondern auch Schatzmeister Udo Fricke gibt seinen Posten an Andreas Berlich ab und Niels Tümmler rückt als stellvertretender Vorsitzender nach.
So kehren dann alle Teilnehmer am Sonntag mit dem Wissen, dem Erhalt, der Förderung und Erforschung der niederdeutschen Sprache ein wenig Vorschub geleistet zu haben, wieder in ihre Heimat zurück. Preisträger Dr. Klaas-Hinrich Ehlers nimmt mit dem Preis insbeson-dere einen „erneuten Motivationsschub für zweiten Teil“ mit nach Berlin.