Förderprogramm Perspektive Innenstadt

 

Die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf erhielt im September 2021 die Zusage für die Teilnahme am niedersächsischen Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ mit einer Budget-Summe von 755.000 Euro. Dieses Budget wurde im April 2022 um 38.500 Euro auf insgesamt 793.500 Euro erhöht. Da insgesamt eine Förderquote von 90 Prozent gewährt wird stehen insgesamt rund 880.000 Euro zur Verfügung.

Mit dem Förderprogramm unterstützt das Land Niedersachsen die Städte und Gemeinden, finanziert durch REACT-EU-Mitteln als Teil der Reaktion der Union auf die COVID-19-Pandemie, bei der Bewältigung der Pandemiefolgen in den Innenstädten.

Das Programm richtet sich an niedersächsische Kommunen und Kommunalverbünde, die eine erhebliche Betroffenheit von der COVID-19-Pandemie in der Innenstadt und/oder im Ortskern von Grund-, Mittel- oder Oberzentren aufweisen. Maßgebliches Ziel des Programms ist die Bekämpfung der Folgen der Pandemie in diesen innerstädtischen Bereichen. Dementsprechend müssen die Mittel für Vorhaben eingesetzt werden, die in der Innenstadt oder im Ortskern eines Ober-, Mittel- oder Grundzentrums durchgeführt werden oder einen direkten Beitrag zur Steigerung der Frequentierung in diesem Bereich leisten.

Die Umsetzung der Projekte soll sowohl in der Stadt Bad Bevensen als auch im Klosterflecken Ebstorf stattfinden. Der Bereich des Kernortes in er Stadt umfasst die Fläche zwischen Bahn, llmenau und Römstedter Straße. In diesem Gebiet sind die Fußgängerzone, sowie der Kurpark, herauszuheben. In Ebstorf soll die Projektumsetzung auch den Kernort umfassen. Dieser Bereich erstreckt sich entlang der Bahnhofstraße und Hauptstraße, nebst Nebenstraßen, bis hin zum Schwimmbad, sowie zur Bahnstrecke. Durch die COVI D-19 Pandemie wurden die lnnenstadt- /Kernortbereiche wirtschaftlich hart getroffen. Ein enormer Rückgang von Touristen und Tagesgästen ist zu verzeichnen. Das Gaststättengewerbe und die Hotellerie hat unter den Schließungsverordnungen sehr gelitten. Kulturelle und touristische Angebote wurden stark zurückgefahren. Der stationäre Einzelhandel hat enorme Umsatzrückgänge, da durch die Corona-Pandemie das Kundenverhalten zum Onlinehandel gewechselt hat. Ein erhöhter Leerstand von Gewerbeimmobilien ist zu verzeichnen. Die Belebung der lnnenstadtbereiche durch Bürger und Touristen ist stark zurückgegangen. Der Innenstadtbereich der Stadt Bad Bevensen, sowie des Klosterfleckens Ebstorf, sollen wieder stärker belebt werden. Hierzu ist geplant, das gegen den entstandenen Leerstand angegangen wird. Darüber hinaus soll auch versucht werden wieder mehr Bürger und Touristen in den lnnenstadtbereich zu führen um hier einen Ort der Begegnung zu schaffen. Wenn möglich, soll uns das zugeteilte Budget in diesem Rahmen vollkommen ausgeschöpft werden.

Folgende Maßnahmen im Einzelnen wurden beantragt:

Förderprogramm Perspektive Innenstadt

Entschlammung Mühlenteich Ebstorf

Um im historischem Mühlenteich am Kloster Ebstorf eine ausreichende Wassertiefe herzustellen, dadurch den Besatz an Fischen und Teichmuscheln wieder anzusiedeln und selbigen eine neue Lebensgrundlage zu schaffen, sowie darüber hinaus das Stadtklima und den Wasserhaushalt zu verbessern, soll die Entschlammung des Teiches als Maßnahme des Natur- und Klimaschutzes umgesetzt werden.

Der Klosterflecken Ebstorf, als beliebter Ausflugsort in der Region der Lüneburger Heide, ist überregional durch sein Kloster und die darin befindliche Weltkarte aus dem 13. Jhr. bekannt. Das in der landschaftlich reizvollen Region vorhandene Wanderwegenetz wurde in Anlehnung an die Außenwirksamkeit des Klosters im Laufe der letzten Jahre um insgesamt 4 spirituelle Wege Wanderwege ergänzt. Ein Stück des berühmten Jakobsweges "Via Scandinavica" verläuft auf einer schönen Teilstrecke zwischen Kloster Ebstorf und Kloster Medingen. Das Kloster Ebstorf, eines der sechs Heideklöster, liegt idyllisch im Schwienautal. In diese landschaftliche Struktur waren ursprünglich insgesamt drei dem Kloster und der Domäne zugehörige Gewässer angeordnet von denen letztlich nur noch der Untere Mühlenteich, heute Mühlenteich, existiert. Der Mühlenteich war seit jeher bedeutsam, versorgte er doch ursprünglich das Kloster und die Domäne mit Trinkwasser. Für den Klosterflecken Ebstorf ist der Tourismus von existentieller Bedeutung. Von der touristischen Infrastruktur, den Angeboten, Veranstaltungen etc. profitieren immer auch Einheimische und Tagesgäste. Tourismusförderung ist jedoch nicht einzeln zu betrachten, sondern bedeutet auch immer den Erhalt der für die Bevölkerung bedeutsamen, siedlungsnahen Grünflächen und selbige umfassend aufzuwerten sowie nachhaltig weiter zu entwickeln. Den innerörtlichen Freiflächen ist insbesondere ab der Corona-Krise ab 2020 eine erhebliche Bedeutung zugekommen. Durch das oben genannte Angebot der verfügbaren Infrastruktur hat der Klosterflecken Ebstorf gerade während der Pandemiephase 2020 – 2021 einen erheblichen Zulauf an Tagesgästen, Wanderer und Radwanderer, besonders auch aus den Ballungszentren wie z.B. Hamburg und Hannover, erfahren, der sich ab dem Jahr 2022 in eine Zunahme an Urlaubsgästen wiederspiegelt. Diese Entwicklung aufzugreifen und weiterzuentwickeln, den öffentlichen Raum aufzuwerten, Grün- und Freiflächen instand zu setzen, diese von ökologischer, sozialer und städtebaulicher Bedeutung zu erhalten, Maßnahmen zum Abbau von Barrieren umzusetzen sind die Aufgaben, die der Steigerung der Lebens- und Wohnqualität, der gesellschaftlichen Teilhabe, der Verbesserung des Stadtklimas und der Umweltgerechtigkeit, insbesondere durch eine gerechte Verteilung qualitativ hochwertigen Stadtgrüns sowie dem Erhalt der biologischen Vielfalt und Naturerfahrungen dienen. Der Bereich im und um das Kloster Ebstorf mit der angesprochenen Schwienauniederung und dem darin eingebetteten Mühlenteich sind ein wesentlicher Kernbereich. Er trägt dazu bei, den in nachbarschaftlicher Beziehung liegenden zentralen Ort durch das veränderte Nutzerverhalten in eine neue Lebendigkeit zu führen.

Integrativer Spielplatz Winkelplatz Ebstorf

Der Winkelplatz in Ebstorf stellt den innerörtlichen zentralen Anlaufpunkt für Einheimische, Besucher und Touristen dar. In der vorausgegangenen Entwicklung des Platzes wurden Bereiche für Kinder und Beeinträchtigte wenig berücksichtigt. Durch die jetzt geplante Maßnahme soll ein Ort der Begegnung für Kommunikation, gesellschaftlicher Zusammengehörigkeit sowie eine Attraktivitäststeigerung für den Winkelplatz angestrebt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stadtorientierungs- und Leitsystem Bad Bevensen

Die Stadt Bad Bevensen möchte ein neues innerstädtisches touristisches Leitsystem erarbeiten, um perspektivisch als hochwertiges Tourismusziel mit hoher und breiter Anziehungskraft zu wirken. Das aktuelle Leitsystem der Stadt muss daher dringend aktualisiert werden. Zusätzlich ist hier eine Umstellung auf Barrierefreiheit geplant. Das übergeordnete Ziel ist die Schaffung eines sinnvollen, nachhaltigen Leitsystems unter Einbindung touristischer Sehenswürdigkeiten sowie die Anbindung an Beherbergung, Gastronomie und Service. Gäste und Einheimische sollen die Stadt entspannt erleben und genießen können. Eine Grundvoraussetzung dafür ist eine konsequent und gut strukturiert vernetzte Wegweisung. Diese umfasst die innerstädtische bzw. -örtliche Orientierung zu Fuß, mit dem Rad oder auch mit dem KFZ. Die vorhandene Radwegweisung sowie die bestehenden und ausgewiesenen Wanderwege werden berücksichtigt und eingebunden, aber selbst nicht bearbeitet. Die Konzeption soll unter Einbindung aller relevanten Akteure aus der Verwaltung, dem Tourismus, den Gewerbebetrieben und der Verwaltung erarbeitet werden.

Multisportanlage Bad Bevensen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Angebot der Multisportanlage richtet sich in erster Linie an Jugendliche und Heranwachsende der Stadt Bad Bevensen sowie an Jugendliche aus dem Umland, die die nahegelegene Kooperative Gesamtschule (KGS) Bad Bevensen besuchen. Neben der freien Zugänglichkeit soll die Anlage auch durch die KGS und dem Jugendfreizeitzentrum genutzt werden können; z.B. für die Organisation eines Street-Football-Turniers durch das Jugendfreizeitzentrum, um den Jugendlichen und Heranwachsenden sportliche Gruppenerlebnis anzubieten. Trotz der zentralen Lage liegt das Gelände etwas Abseits, so dass eine gewisse Ungestörtheit die Annahme der Anlage durch Jugendliche und Heranwachsende auch ohne gelenkte Aktivitäten erleichtert. Die Nähe zum Jugendfreizeitzentrum stellt aber auch sicher, dass eine regelmäßige Funktionsprüfung gewährleistet wird, um die Verfügbarkeit aufrechtzuerhalten. Aufgrund der Art der Multifunktionsanlage wird eine bewegungsreiche Freizeitgestaltung für Jugendliche und Heranwachsende gefördert. Auch ist das gegenseitige sportliche Messen möglich. Im Idealfall übt die Multisportanlage einen gewissen Pull-Faktor aus und generiert alleine durch das Vorhandensein eine Aufforderung zur Nutzung. Das Spielfeld ist sowohl einzeln als auch in Gruppen nutzbar, was sowohl eine individuelle wie auch eine soziale Komponente beinhaltet. Die Idee zur Errichtung einer Multisportanlage an dem Standort ist gemeinsam mit dem Jugendparlament der Stadt Bad Bevensen entwickelt worden.

Innenstadtmöblierung Bad Bevensen

Die Stadt Bad Bevensen beabsichtigt mit den nachfolgend aufgezählten Einzelmaßnahmen öffentliche Plätze aufzuwerten und hierdurch die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Schwerpunkte liegen dabei auf einer zeitgemäßen Information durch elektronische Informationsstelen, Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs und Schaffung von Ruhestätten zum Verweilen. Zwei Sportgeräte sollen den im Kurpark vorhandenen Bewegungsparcours ergänzen.

Ziel ist es, hochwertige, optisch ansprechende und barrierefreie Sitzgelegenheiten / Sitzgruppen zu schaffen. Weiterhin sollen digitale Info-Stelen an zentralen Treffpunkten über aktuelle Freizeit-, Sport- und Kulturaktivitäten Auskunft geben. Eine E-Bike-Ladestation mit mehreren Lade-/Aufbewahrungsfächern ist vorgesehen und zwei Outdoor-Fitnessgeräte sollen zur körperlichen Betätigung aller Generationen an frischer Luft zur Verfügung stehen. Kleinere funktionelle Ausstattungsgegenstände sollen ergänzend integriert werden.