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Alternative Bestattungsform "Reerdigung" - Samtgemeinde soll Modellprojekt werden

Die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf soll Modellprojekt für das in Deutschland noch weitgehend unbekannte Prinzip der „Reerdigung“ werden. Dabei handelt es sich um eine alternative Form der Bestattung: Anders als bei einer Erd- oder Feuerbestattung folgt die „Reerdigung“ dem Kreislauf des Lebens und den Gesetzen der Natur. Natürliche Mikro-Organismen verwandeln den Körper in fruchtbare Erde, auf der neues Leben entsteht. Nach der Trauerfeier wird der Leichnam in einen Kokon, ausgelegt mit Holzschnitzeln, Klee und Stroh, gebettet. Durch die Zufuhr und Kontrolle von Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff und Feuchtigkeit wird die Zersetzung des Körpers durch Mikroorganismen unterstützt. Innerhalb von 40 Tagen zerfällt der Körper zu Humus. Die anfallende Erde wird auf einem Friedhof beigesetzt und die Friedhofsplicht entsprechend eingehalten. Diese Fläche kann beispielsweise zur Pflanzung von Bäumen genutzt werden. So erfüllt die „Reerdigung“ den Wunsch vieler Menschen nach einer naturnahen und umweltfreundlichen Bestattung. Im Vergleich zu Begräbniswäldern bieten sich dabei noch Vorteile. Voraussetzung für die Beisetzung in einem Begräbniswald ist immer eine Kremation, bei der große Mengen Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt werden. Oft liegen Begräbniswälder auch verhältnismäßig weit außerhalb der Ortschaften und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zu erreichen. „Reerdigungen“ und die Beisetzung der Erde finden grundsätzlich auf einem Friedhof statt und tragen damit auch zu deren Erhalt bei. Diese natürliche Form der Bestattung trifft auch bei den Vertretern der unterschiedlichen Konfessionen und Weltanschauungen auf Offenheit und Zustimmung. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an Bestattungsunternehmen und Friedhöfe als Partner. Auch die politischen Vertreter unserer Gemeinde sind nach intensiver Befassung mit dem Thema von der Sinnhaftigkeit der neuen Bestattungs-Alternative überzeugt. Deshalb wird die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf Modellprojekt – mit dem Ziel, dass die Verwaltung und der Betreiber das Thema gemeinsam weiterentwickeln.

Öffentlich wird das am morgigen Dienstag um 16.30 Uhr in der 16. Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung, Umweltschutz und Friedhofswesen, im Ratssaal des Bad Bevenser Rathauses vorgestellt und diskutiert.